„ES WIRD VERSUCHT, ALLE KRITISCHEN NACHFRAGEN DRAUßEN ZU HALTEN“ Interview mit Felix Krebs

Warum haben Sie sich dem Thema NSU angenommen? Warum halten Sie es für wichtig?

Ich bin Hamburger, da ergibt sich ein örtlicher Bezug. Ich mache seit Jahrzehnten antifaschistische Arbeit, damit war auch der inhaltliche Bezug da. Das Thema hat mich von Anfang an sehr stark berührt, ich habe die ganzen 90er und 2000er Jahre als aktiver politischer Beobachter miterlebt, und das war natürlich ein Schock, als diese Mordserie bekannt wurde und dass es auch einen Mordfall in Hamburg gegeben hat. Ich hab mich dann zunächst passiv damit beschäftigt – das heißt, ich habe das in den Medien intensiv verfolgt. Weiterlesen

„DIE GESELLSCHAFT LERNT NICHT GENUG DARAUS.“ Interview mit Christiane Schneider von der Fraktion der Linkspartei Hamburg.

Warum haben Sie sich des Themas NSU angenommen? Warum halten Sie es für wichtig?

Das war ein Schock. Über das totale Staatsversagen. Aber auch ein Schock über das eigene Versagen. Ich glaube da hat auch die Gesellschaft insgesamt versagt. Bis auf Teile der migrantischen Communities hat das niemand ernstlich in Zusammenhang gebracht.
Da habe ich die Notwendigkeit gesehen, das lückenlos aufzuarbeiten, wie es zu diesen Morden und diesem diesem schrecklichen Versagen kommen konnte. Das ist meine Triebkraft, das ist der Grund, warum ich das Thema in der Bürgerschaft immer wieder auf die Tagesordnung setze.

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„ES HAT SICH NICHTS VERÄNDERT.“ Interview mit Gül Pinar, Nebenklage-Vertreterin der Familie Taşköprü.

Wie sind Sie Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess geworden?

Es ist das allererste Mal in meinem Leben, dass ich nach einem Mandat gesucht habe, weil ich unbedingt Nebenklagevertreterin werden wollte. Ich habe nicht einzelne Personen angesprochen, sondern in der türkischen Community die Parole ausgegeben: Wenn Leute einen Anwalt/Anwältin suchen, dann bitte mich ansprechen. Die Familie Taşköprü hat sich an die Kollegin Wierig gewanndt, die deren Familienanwältin war, und die hatte dann gehört, dass ich unbedingt wollte und so bin ich da ran gekommen. Ich habe das Mandat angenommen, weil ich ein politisches Interesse daran hatte. Es ist für eine Anwaltskanzlei finanziell eher ruinös. Wenn ich nicht aus einer Sozietät wäre, die eben auch politisches Engagement mitträgt.

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